Thea Schleusner-Ausstellung 
(in Vorbereitung)

Ort: Lutherstadt Wittenberg - Altes Rathaus, Zeughaus in den Städtischen Sammlungen, Cranach-Stiftung, Stiftung Christliche Kunst Wittenberg

Datum: 31.08.2023 bis 12.01.2025

Thea Schleusner wird der sogenannten verschollenen Generation zugerechnet, also jener Generation von figurativ arbeitenden Künstler*innen, die sich zwischen den Weltkriegen eine gewisse Reputation hatten erwerben können, deren Karriere aber durch Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg einen jähen Abbruch fand. Nach 1945 war es nicht mehr möglich, auch durch Vorherrschen der Abstraktion, an den vorherigen Erfolg anzuknüpfen.

Schleusner hatte insbesondere als Porträtistin eine überregionale Bedeutung. So gehören zu den von ihr Porträtierten namhafte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Ada und Emil Nolde, die Schriftstellerin Ellen Key, der Indologe Albrecht Weber, die Tänzerin Mary Wigman oder Felice Bauer, eine Lebensgefährtin Franz Kafkas.  

Ihr weiteres vom Expressionismus, der neuen Sachlichkeit und dem Symbolismus geprägtes Werk zeugt von der Vernetzung Schleusners mit bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit. So arbeitete Schleusner mit der Tänzerin Hertha Feist zusammen, für die sie expressive Tanzstudien entwarf, von denen sich heute ein Teil im Besitz des Deutschen Tanzarchivs Köln befindet. Zusammen mit Grete (Margarete) Bloch, der bekannten Brieffreundin Franz Kafkas, montierte Schleusner ein expressionistisches Künstlerbuch zu Märchen und Illustrationen von Rilke, das 2018 von der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt a.M.  erworben wurde. 

Ziel der Ausstellung ist es, in einer erstmaligen Werkschau die vielfältigen Facetten der Künstlerin darzustellen sowie ihre Bedeutung zu würdigen, um somit zu einer Wiederentdeckung beizutragen, wie sie erst jüngst Zeitgenossinnen von Schleusner wie Lotte Laserstein oder Anita Rèe zugekommen ist.


Ausgerichtet wird die Ausstellung in den zwei repräsentativen Sälen des Alten Rathauses der Stadt Wittenberg, dem Sonderausstellungsraum der Städtischen Sammlungen im Museum im Zeughaus, in den Ausstellungräumen der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg im Wittenberger Schloss sowie in zwei bis drei Sonderausstellungsräumen der Cranach-Stiftung. Die Ausstellung ist damit über vier Gebäude verteilt, von denen sich zwei an zentraler Stelle am Marktplatz befinden (Rathaus und Cranach-Stiftung) und die beiden anderen (Zeughaus, Schloss) in fußläufiger Entfernung zu den beiden anderen Gebäuden liegen (ca. 200 bis 400 Meter). 

Thea Schleusner

Die Ausstellung wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Unterstützung erfolgt auch durch die Projektförderung von LOTTO Sachsen-Anhalt.